Eine Hospitation anbieten

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Ein Hospitationstag zeigt Interessierten Ihren Arbeitsalltag – und Ihnen, wie jemand ins Team passt. Damit er fair und rechtlich sauber bleibt, gelten drei Grundregeln: Die Person beobachtet und arbeitet nicht mit, der Tag ist geplant, und es gibt eine feste Ansprechperson.

Diese Seite richtet sich an Betriebe, Praxen und Personalverantwortliche. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.

Die Grenze: beobachten statt mitarbeiten

Übernimmt die hospitierende Person reguläre Aufgaben nach Ihren Anweisungen, kann aus der Hospitation ein Arbeitsverhältnis werden – mit Pflichten zu Bezahlung und Sozialversicherung.

Ein einfacher Prüfstein: Erbringt die Person für den Betrieb wertschöpfende Arbeit, ist es keine Hospitation mehr. (Factorial (externe Seite)) Ob ein Arbeitsverhältnis vorliegt, richtet sich nach der tatsächlichen Durchführung – nicht danach, wie der Termin genannt wird. (§ 611a BGB (externe Seite))

Das ändert sich, wenn reguläre Aufgaben übernommen, Weisungen zur Arbeitsausführung erteilt oder produktive Arbeitsleistungen erwartet werden. Dann kann sich die rechtliche Einordnung ändern – es kann etwa ein Praktikum oder ein Arbeitsverhältnis vorliegen. (BARMER (externe Seite))

Eine Hospitation sollte deshalb nicht als unbezahlter Probearbeitstag dienen. (praktischArzt (externe Seite)) Hospitation, Probearbeit und Praktikum im Vergleich

Den Tag planen

  1. Ziel festlegen: Was soll die Person sehen, und was möchten Sie über sie erfahren?
  2. Dauer und Stationen festlegen – für alle Hospitierenden einer Stelle gleich.
  3. Eine Ansprechperson benennen und das Team vorab informieren.
  4. Einführung zu Beginn: Sicherheit, Hygiene, Vertraulichkeit, Ablauf des Tages.
  5. Zeit für Fragen und ein kurzes Abschlussgespräch einplanen.

Dieser Aufbau folgt Empfehlungen für Hospitationen im Auswahlverfahren. (praktischArzt (externe Seite))

Vorher klären und festhalten

Eine kurze schriftliche Vereinbarung schafft Klarheit für beide Seiten. (Factorial (externe Seite), Kliemt (externe Seite)) Halten Sie fest:

  • Zweck, Datum und Dauer der Hospitation,
  • dass keine Arbeitsleistung geschuldet ist und keine Vergütung gezahlt wird,
  • die Ansprechperson,
  • Regeln zu Vertraulichkeit und Datenschutz.

Betriebe lassen sich häufig eine Verschwiegenheits- oder Datenschutzerklärung unterschreiben, vor allem wenn Hospitierende vertrauliche oder personenbezogene Daten sehen könnten. (Factorial (externe Seite), praktischArzt (externe Seite))

Klären Sie außerdem den Versicherungsschutz; für reine Beobachtung ist er nicht abschließend geregelt. Was zur Unfallversicherung bekannt ist

Im Gesundheitswesen ist die Anwesenheit bei Behandlungen nur mit Einwilligung der Patientinnen und Patienten nach dem jeweiligen Berufsrecht möglich; private Fotos und Aufnahmen sind ausgeschlossen. (praktischArzt (externe Seite))

Fair beurteilen

Ist die Hospitation Teil eines Auswahlverfahrens, gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz: In die Bewertung dürfen nur tätigkeitsbezogene Kriterien einfließen. Mitbestimmungsrechte von Betriebs- oder Personalrat können berührt sein. (praktischArzt (externe Seite))

  • Leiten Sie die Kriterien aus dem Stellenprofil ab und legen Sie sie vorher fest.
  • Lassen Sie mehrere Beobachtende zunächst unabhängig bewerten und erst dann vergleichen.
  • Erlauben Sie die Bewertung „nicht beurteilbar", wenn ein Kriterium an dem Tag nicht sichtbar wurde.

Empfehlungen nach (praktischArzt (externe Seite))

Erfahrungswert Ein einzelner Tag zeigt weder die spätere Leistung noch das Verhalten unter Zeitdruck verlässlich. Nutzen Sie die Hospitation als Ergänzung zum Gespräch, nicht als Eignungstest. (praktischArzt (externe Seite))

Quellen

Geprüft am 8. Oktober 2026. Gesetze und Behörden zuerst, danach Fachquellen.

  1. Gesetz § 611a BGB: Arbeitsvertrag – externe Seite
  2. Krankenkasse BARMER: Hospitierende: Sozialversicherung – externe Seite
  3. Fachbeitrag Factorial: Hospitation: Bedeutung für Unternehmen (2025) – externe Seite
  4. Fachbeitrag Kliemt.Arbeitsrecht: Das arbeitsrechtliche Einfühlungsverhältnis (2018) – externe Seite
  5. Fachbeitrag praktischArzt: Hospitation als Recruiting-Instrument – externe Seite